Warum Familienforschung?

Geschichte, wie sie zu meiner Zeit gelehrt wurde, bestand aus einer trockenen Aneinanderreihung von Herrschern, Kriegen und Jahreszahlen.
Dass menschliche Schicksale hinter dieser Weltgeschichte stehen, wurde mir erst aus den Erzählungen meiner Eltern und Großeltern bewusst.

So hatte sich das Leben in der bäuerlichen Umgebung in Westfalen in drei Jahrhunderten kaum verändert. Ein einfacher Lebensstil, hohe Kindersterblichkeit und die Gefahr des Verlusts der Frau bei einer Kindsgeburt bestimmten den Alltag. Der 30-jährige Krieg bekam durch die Verwüstung des Almetals durch General von Wrangel ein Gesicht. Wie hat sich der Verlust der Höfe auf die Menschen ausgewirkt? Gab es neue Chancen durch die Zerstörung aller Urkunden (was heute die weitere Recherche nahezu verunmöglicht)?

Auf der anderen Seite zogen Vorfahren irgendwann über Graudenz nach Wolhynien. Woher kamen sie, warum gingen sie fort? Deportation nach Sibirien oder Eintritt in das russische Heer waren Folge des 1. Weltkriegs. Das Fehlen von Arbeit für Handwerker führte zu manchem Ortswechsel. Ebenfalls hohe Kindersterblichkeit und Verlust der Ehefrau zu weiteren Veränderungen im Leben. Später führte der 2. Weltkrieg zu neuen Ortswechseln.

Familienforschung ist die Möglichkeit, Geschichte zu begreifen, wenn nicht an eigenen Schicksalen, so am Schicksal von Verwandten. Es wird klar, dass man auch heute Teil der Geschichte ist, dass heute persönlich erlebtes einst zu Geschichte werden wird.

Familienforschung ist ein faszinierendes Gebiet. Um weiter die eigene Geschichte zu begreifen, suche ich insbesondere weitere Informationen zur Linie der Künstings in Westfalen um den 30-jährigen Krieg und Informationen der Familie Hiller in Wolhynien und dem Graudenzer Raum.

Aufgeführt ist hier eine Übersicht der Ergebnisse meiner Forschung der oben genannten Familien, die sich in der Generation meiner Eltern trafen.

 

Viel Spaß beim Schmökern